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Wednesday, September 9, 2020

100-jährige Eibenstockerin zieht es jeden Tag in den Garten - Freie Presse

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Eibenstock.

Wenn Marianne Partenfelder am heutigen Mittwoch im betreuten Wohnen Schindlers Hof in Eibenstock ihren 100. Geburtstag feiert, dann bringen Fotos aus dem Familienalbum Erinnerungen zurück, die in Kindheit und Jugend zurückreichen. Enkel Falk Partenfelder hat sie digitalisiert, um sie als Lichtbild betrachten zu können. "Zu vielem kann sie Geschichten erzählen, vor fünf Jahren hatte sie um die 200 Fotos schon einmal in Kartons nach Personen sortiert", erzählt Christoph Partenfelder, einer ihrer Söhne.

In den Geschichten von früher spielt auch Marianne Partenfelders Großvater eine Rolle. Der gründete in Eibenstock, "im Winkel" eine Firma zur Holzbearbeitung und war bekannt als der "Stöppeldreher". Geboren wurde Marianne Partenfelder in Schönheide, wo ihre Eltern einen Bauernhof hatten. Später mussten sie diesen aufgeben und zogen nach Eibenstock, wo sie ein Lebensmittelgeschäft betrieben. Die heute 100-Jährige kann sich daran als eine schwere Zeit erinnern. "Da war Inflation, als Kind habe ich die Sachen zu den Leuten getragen, damit sie uns als Kunden erhalten blieben", sagt sie. Sie ging acht Jahre in Eibenstock zur Schule, besuchte dort auch die Handelsschule und arbeitete als Kontoristin in Schönheide. Dorthin fuhr sie immer mit dem Fahrrad.

Ihren Mann Gerhard lernte sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg kennen, 1949 heirateten sie. "Es war eine gute Ehe, jeder hat versucht, das Beste daraus zu machen", sagt Marianne Partenfelder. 1950 kam Sohn Christoph zur Welt, vier Jahre später Frieder, der heute in Silberstraße bei Zwickau lebt. Im Berufsleben war sie immer kaufmännische Angestellte. Unter anderem in der Stickereifirma Klemm, die dort stand, wo heute das betreute Wohnen ist. "Wo heute ihr Bett ist, stand früher ihre Schreibmaschine", scherzt Sohn Christoph.

Er und seine Frau Karin betreuen die "Oma", wie sie von allen genannt wird. Allerdings ist die betagte Frau noch sehr selbstständig. Jeden Tag nach dem Mittagessen macht sie sich auf den Weg von der Pestalozzistraße, wo sie wohnt, zum Grundstück ihrer Kinder in der Ludwig-Jahn-Straße. Dort ist sie besonders gern im Garten und hilft, wo sie kann: Unkraut zupfen, Laub rechen, Äpfel auflesen, Holz aufschichten, die Hühner füttern. Auf den 2000 Quadratmetern gibt es immer zu tun. Zum Alltag gehört das gemeinsame Kaffeetrinken. "Sie besteht darauf, allein herzulaufen", sagt Sohn Christoph. "Und wir wollen sie auch nicht verwöhnen, weil sie das nicht will." Als ihre Kinder vor Jahren das Haus bauten, halfen die Eltern mit. "Das war damals eine große Hilfe für uns, die beiden waren da ja schon Rentner", so Sohn Christoph.

Viel Bewegung - das ist das erste, was Marianne Partenfelder als Grund dafür einfällt, warum sie so alt geworden ist. "Und der Glaube, der hilft, Krisen zu überstehen." Jeden Tag liest sie in der Bibel, sonntags geht es in die Kirche. Zwar braucht sie ein Hörgerät, und das Lesen geht nur noch mit der Lupe, doch ansonsten plagen sie keinerlei Beschwerden. "Ich bin dankbar, dass ich gesund geblieben bin", sagt sie. Dort, wo sie wohnt, sei sie noch nie mit dem Fahrstuhl zu ihrer Wohnung gefahren.

Bei ihren Kindern fühlt sie sich "gut aufgehoben". "Vielleicht bin ich manchmal ein bisschen zu eigensinnig", meint sie. Schwiegertochter Karin versichert: "Wir kommen gut miteinander klar." Bei allen zusammen nahm in den vergangenen Tagen allerdings die Aufregung zu. Es wurde schon alles eingekauft für die Feier, zu der man hofft, den Bürgermeister der Stadt und den Pfarrer begrüßen zu können. Um die Mutter nicht zu sehr anzustrengen, soll die Feier im betreuten Wohnen auf den Vormittag beschränkt bleiben. Am Nachmittag geht es dann zum Grundstück von Christoph und Karin Partenfelder, dann wird im kleinen Familienkreis gefeiert, abends geht es zum Essen in eine Gaststätte.




September 09, 2020 at 09:20AM
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